Rätselhaftes Heringssterben an der Nordseeküste

Von Cuxhaven bis Eiderstedt teils Hunderte toter Tiere im Spülsaum

23.06.2020

An mehreren Orten an der deutschen Nordseeküste werden seit einigen Tagen vermehrt tote Fische im Spülsaum gefunden. Wie das Strandfundeportal „BeachExplorer.org“ meldet, sind vor Cuxhaven, Büsum, Eiderstedt und Nordstrand seit dem Mittsommerwochenende teils Hunderte von toten oder geschwächten Jungheringen angeschwemmt worden.

Fachleute rätseln derzeit noch über die mögliche Todesursache. „Das Meerwasser ist nur etwa 20 Grad warm und Heringe weichen vor Überhitzung normalerweise in tieferes Wasser aus“, berichtet Biologe Rainer Borcherding von der Schutzstation Wattenmeer. Möglicherweise seien die nur wenige Monate alten Tiere in Kontakt mit giftigen Algen gekommen, die sich auf Grund der warmen Witterung zu entwickeln beginnen. Proben der toten Jungheringe wurden genommen. Die Ergebnisse der Analysen sollen in einigen Tagen vorliegen.

Heringe laichen im Februar in 40 – 60 Meter tiefem Wasser ab. Aus den Larven entwickeln sich Jungfische, die mit drei Zentimeter Körperlänge ihren Eltern gleichen. Geschlechtsreif werden Heringe nach drei bis sieben Jahren.

Meldungen von Totfunden bitte an das Strandfundeportal BeachExplorer.org: www.beachexplorer.org

Tote Jungheringe im Spülsaum vor St.Peter-Ording, Foto: Rainer Schulz, Schutzstation Wattenmeer

Noch ist die Ursache des Heringssterbens unklar, Foto: Rainer Schulz, Schutzstation Wattenmeer