Meeresoffensive 2020 zum Tag der Ozeane

Verbände fordern Weichenstellung für nachhaltigen Schutz der Meere

08.06.2020

80 Prozent allen Lebens auf der Erde findet sich in den Ozeanen. Sie sind die wichtigsten Kohlenstoffsenken und absorbieren 90 Prozent der Wärme, die durch Kohlendioxidemissionen verursacht werden.

16 Verbände, darunter Brot für die Welt, NABU und die Schutzstation Wattenmeer haben sich in der "Meeresoffensive 2020" zusammengeschlossen, um Weichenstellungen für eine andere Meerespolitik zu erreichen.

Die UN-Ozean-Konferenz in Lissabon zum heutigen Tag der Ozeane musste coronabedingt ausfallen. Die Schutzstation Wattenmeer fordert daher von der Bundesregierung, die verbleibenden Gelegenheiten in diesem Jahr für Impulse zu einem nachhaltigen Meeresschutz zu nutzen. So beginnt ab Juli die deutsche EU-Ratspräsidentschaft und sowie der Helcom-Vorsitz für den Ostseeschutz.

"Für Hunderte Millionen Menschen weltweit haben die Meere eine entscheidende soziale und ökonomische Bedeutung", sagt Katharina Weinberg von der Schutzstation Wattenmeer. Letztlich seien alle Menschen direkt oder indirekt von den Meeren abhängig. "Wir fordern von der Bundesregierung und den zuständigen deutschen Behörden, sich im Jahr 2020 für gesunde und vielfältige Meere einzusetzen und ein nachhaltiges Nutzungsmanagement zu betreiben", so die Naturschutzexpertin. Hierzu gehöre die Verabschiedung von weiteren Managementplänen für alle Meeresschutzgebiete in den deutschen Meeren. Mindestens 50 Prozent der Schutzgebietsflächen sollten dabei aus der wirtschaftlichen Nutzung genommen und die Fischereimaßnahmen verbindlich an ökologischen Kriterien ausgerichtet werden.


Zu den weiteren Forderungen der Verbände gehört eine Stärkung der Meere in der Klimakrise, die Erhaltung der Artenvielfalt und intakter Ökosystem in der Tiefsee sowie Menschen und Meere gemeinsam in das Zentrum globaler nachhaltiger Entwicklung zu stellen.

"Für die Armutsbekämpfung, eine faire Rohstoff- und Handelspolitik und nicht zuletzt den Umwelt- und Klimaschutz ist eine entwicklungspolitisch fundierte Meerespolitik unabdingbar", sagt Weinberg. So könne hoffentlich eine erfolgreiche Basis für die von 2021 - 2030 beginnende UN-Dekade der Meeresforschung für nachhaltige Entwicklung gelegt werden.

Forderungen der Meeresoffensive 2020 zum Download