Auf den Spuren der Rotschenkel

Dritter Durchgang der Brutvogelkartierung im Nationalpark Wattenmeer

30.04.2020

Mitte März erfassten unsere Freiwilligen-Teams im und am Weltnaturerbe Wattenmeer schon brütende Graugänse und Mitte April Kiebitze und Uferschnepfen. Waren diese Kontrollen noch relativ einfach, geht es jetzt beim dritten Durchgang richtig zur Sache. Denn neben der zweiten Erfassung der beiden zuletzt genannten Arten liegt jetzt die erste Kartierung der Rotschenkel an. Diese Vögel brüten jedoch gern im hohen Gras und verlassen sich meisterhaft auf ihre Tarnung.
Weil man aus der Ferne leicht einen großen Teil der Rotschenkel übersieht, müssen unsere Teams jetzt in den breiten Vorländern oder auf den Halligen auch in die Flächen hineingehen. Hilfreich sind dabei die neuen Tablets. Mit ihnen können nicht nur die Vogeldaten direkt vor Ort festgehalten werden. Mit der GPS-Funktion können sie zugleich als Navigationsgerät in unwegsamen Salzwiesen dienen.
Als problematisch erwiesen sich Versuche, Laufstrecken durch die Querung von Gräben oder Prielen abzukürzen. Vor Nordstrand mussten Pit und Roberta hierbei Luise aus einem Graben helfen, in dessen Schlick sie sich tief mit ihren Stiefeln eingearbeitet hatte. Heldenhaft rettet Roberta dann in Bauchlage auch noch die festsitzenden Stiefel.
Neben den erwähnten Arten werden jetzt auch Sandregenpfeifer und Brandgänse gezählt. Da diese aber kontrastreich gefärbt sind und eher in locker bewachsenen Strand- und Dünenbereichen siedeln, sind sie einfacher zu erfassen. 
Ein besonderer Höhepunkt waren erste junge Kiebitze im Nössekoog auf Sylt.

Mehr über die Brutvögel im Weltnaturerbe Wattenmeer steht auch hier im Bereich "Wissen".


Beim dritten Durchgang der Brutvogelkartierung werden flächendeckend die Rotschenkel erfasst.

Auch die Kiebitze werden noch einmal gezählt. Manche von ihnen haben, wie hier auf Sylt, bereits Junge.

Von ihren Balzflügen mit den melodischen "tüüt-tüüt-tüüt..."-Rufen haben die Rotschenkel den plattdeutschen Namen "Tüter".

Meistens sind sie mit ihrer Tarnfärbung und der Vorliebe für hohes Gras sehr schwer in den Salzwiesen zu erkennen.

Dieses Jahr sind alle Teams, wie hier bei Büsum, mit modernen Tablets ausgerüstet, in die sie direkt im Gebiet ihre Ergebnisse eintragen. Die Tablets dienen zugleich auch als Navigationsgerät in den Salzwiesen.

Dieser Versuch des Nordstrander Teams, einen Graben zu queren, mündete in eine umfangreiche Rettungsaktion. Zuerst mussten Roberta und Pit Luise aus dem Schlick helfen.

Dann holte Roberta mit vollem Einsatz auch noch die festsitzenden Stiefel aus dem Matsch.

Einfacher ist die Erfassung der auffällig gefärbten Brandgänse. Sie sind auch aus der Ferne gut zu erkennen.

Auch die meist an Sandstränden brütenden Sandregenpfeifer sind leichter zu kartieren.