Ulrike und Walter Gößling: Ein Vermächtnis für das Weltnaturerbe

Bescheiden für die Sache
„Ich bin doch nicht bedeutend,“ wehrt Ulrike Gößling ab, wenn man sie fragt, warum sie 2009 zusammen mit anderen die Stiftung Schutzstation Wattenmeer gegründet hat.

„Ich habe meinen Mann Walter in den 70er Jahren kennengelernt. Walter war Biologielehrer und engagierte sich seit 1964 ehrenamtlich bei der Schutzstation Wattenmeer. Er betreute in den Hamburger Schulferien auf Hooge das Infozentrum der Schutzstation, das damals noch im Biggerhus auf der Volkertswarf war. Das erste Mal hat er mich im November 1976 mit nach Hooge genommen. Er wollte wohl sehen, ob auch ich mich für die Halligen und das Wattenmeer begeistern kann. Es war wunderschön. Wir waren in den vielen gemeinsamen Jahren oft auf Hooge und haben dort viele Freunde gefunden. Auf Hooge haben wir auch 1978 geheiratet."

Engagement für die Mitarbeiter
"Später waren Walter und ich fast 15 Jahre lang Zentrumsbetreuer der Schutzstation in Friedrichskoog. Wir haben dort seit 1993 die jungen Leute im Zivildienst und im Freiwilligen Ökologischen Jahr betreut. Alle sechs bis acht Wochen sind wir von Bergedorf zum Infozentrum gefahren und haben nach dem Rechten geschaut, haben beraten und Konflikte gelöst, etwas zum Essen mitgebracht und manchmal auch getröstet. Walter hat sich nicht nur für den Schutz des Wattenmeers eingesetzt, ihm war auch immer wichtig, sich um die Menschen zu kümmern, die sich hier engagieren. Kam er zu Sitzungen der Schutzstation, gab es Kekse für alle."

Stiftung für das Wattenmeer
"Als nach Walters Tod 2008 einige Förderer und Mitglieder der Schutzstation eine Stiftung  gründen wollten, um die ehrenamtliche Naturschutzarbeit des Vereins zu unterstützen, habe ich mich gerne beteiligt. Ich habe die Stiftung Schutzstation Wattenmeer auch im Andenken an Walter mitgegründet. So lebt sein Engagement für das Wattenmeer und die Schutzstation fort.“

Für Ulrike Gößling ist ihr Engagement als Gründungsstifterin der Stiftung Schutzstation Wattenmeer selbstverständlich. Sie möchte helfen, das Weltnaturerbe Wattenmeer dauerhaft zu sichern und dieser Landschaft, die sie so sehr liebt, etwas zurückgeben.